Die BrainHealth Initiative – Allianz für eine bessere Gehirngesundheit
Zukunftsvision für eine moderne Alzheimer-Versorgung
Die BrainHealth Initiative vereint Fachgesellschaften, Patientenorganisationen, Industrie und Politik, um die Versorgung von Menschen mit Alzheimer-Erkrankung zu verbessern.
Unser Ziel ist es, die Lebensphase ohne kognitive Einschränkungen zu verlängern und ein neues gesellschaftliches Verständnis für Demenz zu schaffen.
Damit diese Vision Realität werden kann, braucht es den Willen und die Kooperation aller Akteure im Gesundheitswesen.

DEMENZ
Fakten und Zahlen
Demenz ist keine einzelne Krankheit, sondern ein Sammelbegriff für verschiedene Erkrankungen, die das Gehirn und die geistigen Fähigkeiten beeinträchtigen – mit teils gravierenden Folgen. Die häufigste Form ist Alzheimer. Ursächlich dafür werden derzeitig u.a. krankhafte Proteinablagerungen im Gehirn, namentlich Amyloid-Plaques und Tau Fibrillen angenommen. Weitere Formen sind u.a. die Lewy-Körperchen-, Vaskuläre und Frontotemporale Demenz. Jede von ihnen wirkt sich unterschiedlich auf das Gehirn aus.
Die Alzheimer-Erkrankung (AD) ist ein Kontinuum, das aus mehreren Phasen besteht:
Risikophase
Präklinisches Stadium, definiert durch die Positivität von Biomarkern – Beta-Amyloid- und Tau-Pathologie – für die Alzheimer-Erkrankung (AD) bei asymptomatischen Personen
Prodromalphase
Leichte kognitive Beeinträchtigung (MCI) aufgrund von AD
Demenz
Diese Phase kann weiter in leichte, mittelschwere und schwere unterteilt werden.
1,8 Millionen
Ende 2023 lebten in Deutschland rund 1,8 Millionen Menschen mit Demenz.
445.000
Im Jahr 2023 sind etwa 445.000 Menschen im Alter 65+ neu an einer Demenz erkrankt.
60–70%
Die Alzheimer-Demenz ist mit 60–70% die am weitesten verbreitete Demenzform.
2,7 Millionen
Schätzungen zufolge könnten in Deutschland im Jahr 2050 bis zu 2,7 Millionen Menschen im Alter 65+ erkrankt sein.
6%
Nicht nur ältere Menschen sind betroffen. Etwa 6% aller Menschen mit Demenz sind jünger als 65 Jahre.
50%
Bisher erhalten in Deutschland nur rund 50% der Betroffenen überhaupt eine Demenzdiagnose.
Quellenverzeichnis
Deutsche Alzheimer Gesellschaft (2025): Informationsblatt 2: Die neurobiologischen Grundlagen der Alzheimer-Krankheit, online hier abrufbar.
Deutsche Alzheimer Gesellschaft (2024): Informationsblatt 1. Die Häufigkeit von Demenzerkrankungen, online hier abrufbar.
Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (2024): Faktenzentrale, online hier abrufbar.
Ziele
Unsere Ziele – Antworten auf zentrale Herausforderungen finden
Weichenstellungen im Gesundheitssystem und in der Gesellschaft
Neben den medizinisch-wissenschaftlichen Voraussetzungen sind vor allen Dingen gesellschaftliche und gesundheitspolitische Weichenstellungennotwendig.
Anpassung der Versorgungsstrukturen
Fehlende oder unzureichende Versorgungsstrukturen im Gesundheitssystem müssen identifiziert und modifiziert werden.
Adaptive Rahmenbedingungen
Die Rahmenbedingungen müssen adaptiv zu den Bedarfen und Möglichkeiten der diagnostischen und therapeutischen Weiterentwicklung gestaltet werden.
Bessere Vernetzung aller Akteure
Das Zusammenwirken aller Akteure sollte besser vernetzt und aufeinander abgestimmt werden.
Anwendung der S3-Leitlinie Demenzen
Die Leitlinien spiegeln den aktuellen Wissensstand wider und müssen schnell in die breite Anwendung gelangen.
Nutzung vorhandener Daten
Daten aus Registern, digitalen Anwendungen und begleitenden Apps sollten zur Identifizierung von frühen Krankheitssymptomen und für die Verbesserung der frühen Versorgung genutzt werden können.
Weitreichende Kommunikation
Das Wissen um den Verlauf der Erkrankung („Alzheimer-Kontinuum“) und die Möglichkeiten der Prävention und rechtzeitigen Diagnose sollen möglichst breit bei den Versorgungspartner:innen kommuniziert werden.
Angemessene Honorierung
Neue Finanzierungsmodelle sind notwendig, um eine hochwertige Versorgung sicherzustellen.
Umfassende Beratung für Betroffene
Patient:innen und Angehörige benötigen niedrigschwellige, strukturierte und qualitätsgesicherte Beratungsangebote.
Vermeidung von Stigmatisierung
Demenz darf nicht länger ein Tabu oder mit Scham behaftet sein – ein gesellschaftliches Umdenken ist notwendig.

Über uns
Was ist die BrainHealth Initiative, und warum gibt es sie?
In Deutschland leben aktuell circa 1,8 Millionen Demenzerkrankte – etwa zwei Drittel davon mit Alzheimer-Erkrankung. Durch die demografische Entwicklung wird die Zahl der Betroffenen in den kommenden Jahren weiter steigen.
Heute wissen wir: Die Alzheimer-Erkrankung beginnt oft bereits bis zu 20 Jahre vor den ersten Symptomen, wobei sich ihr Ausbruch durch die gezielte Reduktion von Risikofaktoren deutlich hinauszögern lässt.
Damit diese Erkenntnisse auch in der Versorgung ankommen, müssen die Weichen im Gesundheitssystem neu gestellt werden – denn bislang wird Demenz primär als Thema der Pflege und weniger der Prävention und Frühbehandlung verstanden.
Ein Umdenken wird auch von der Politik unterstützt, die mit der Nationalen Demenzstrategie einen ersten Anstoß zur Verbesserung der Versorgung gegeben hat, insbesondere für die späten Phasen der Erkrankung.
Um vom medizinischen Fortschritt zu profitieren und Veränderungen im Management der Erkrankung zu erreichen, werden Initiativen benötigt, die die Potentiale in der Prävention und Frühdiagnostik nutzen und die Gesellschaft auf krankheitsmodifizierende Therapien vorbereiten.
Eine Allianz forschender pharmazeutischer und Medizintechnik-Unternehmen hat daher die BrainHealth Initiative gegründet, die zusammen mit Expert:innen aus Medizin, Politik und Gesellschaft das Verständnis für eine frühere und bessere Versorgung der Alzheimer-Erkrankung entwickeln will.
Dazu braucht es ein neues gesellschaftliches Verständnis: Demenz ist nicht „normales Altern“. Neben professioneller Pflege braucht es gesellschaftliche Unterstützung, Offenheit und Akzeptanz für Betroffene und Angehörige.
Fakten
Transparente Kooperation mit klaren Standards
Die Zusammenarbeit innerhalb der BrainHealth Initiative ist vertraglich geregelt und folgt folgenden Standards:
Einhaltung wettbewerbs- und kartellrechtlicher Vorgaben
Umsetzung geltender Compliance-Vorgaben (Fachkreise)
Sicherung der Produktneutralität
Einheitliche Standards für alle Partner:innen
Mitwirkende

Prof. Dr. Steffi Riedel-Heller
Leiterin des Instituts für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health
Universität Leipzig

Dr. Klaus Gehring
Vorsitzender
Berufsverband Deutscher Nervenärzte

Prof. Dr. Frank Jessen
Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Uniklinik Köln

Prof. Dr. Jens Wiltfang
Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Universitätsmedizin Göttingen

Astrid Lärm
Leiterin
Geschäftsstelle Nationale Demenzstrategie

Saskia Weiß
Geschäftsführerin
Deutsche Alzheimer Gesellschaft

Martina Stamm-Fibich
Expertin für Gesundheitspolitik und Gesundheitssystem

Christa Stewens
Staatsministerin a.D.

Prof. Dr. Jörg B. Schulz
Klinikdirektor
RWTH Aachen

Dr. Uwe Meier
1. Vorsitzender
Berufsverband Deutscher Neurologen
Träger der Initiative


